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Sexuelle Belästigung unterdrückt auch bei der Ausbildung. Befreien wir uns davon!

 

Unsere Forderung ist daher einfach: Die Definition von sexueller Belästigung und der Schutz davor im Gleichstellungsgesetz müssen auf den Bildungsbereich ausgedehnt werden!

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In der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Schutz vor sexueller Belästigung in Bildungseinrichtungen. Das Gleichstellungsgesetz (GlG) deckt nur die Arbeitsverhältnisse der unselbstständigen Erwerbenden ab. In den Bildungsstätten hingegen sind alle Zutaten für sexuelle Belästigung vorhanden: hierarchisierte Beziehungen und Konzentration von Personen. Aus diesem Grund wird selten Anzeige erstattet. Und noch seltener eine Strafe verhängt. Die Opfer bleiben isoliert und unter Druck. Es gibt keine Präventionskampagnen. Kurz und gut: Es wird keine Politik der Bekämpfung sexueller Belästigung betrieben.

Sexuelle – genau genommen sexistische – Belästigung ist strukturelle Gewalt. Es geht nicht einfach um boshafte Taten gestörter Einzelgänger*innen. Diese Verhaltensweisen werden durch die patriarchalische Struktur unserer Gesellschaft genährt und auch ermöglicht. Sexuelle Belästigung nährt insbesondere die Nichtgleichstellung in Ausbildung und Beruf, aber auch die Lohnungleichheit: Sie verursachen Ausbildungsabbruch, Wechsel des Arbeitsortes, institutionelle Hindernisse und persönliche Konsequenzen, die einen linearen Verlauf verunmöglichen.

Wir sind der Ansicht, dass die Leitung der Ausbildungsstätten dafür verantwortlich ist, die darin Lernenden zu schützen. Die Lernenden bilden in den Bildungsstätten die Mehrheit und dürfen bei der Gesetzgebung und bei der Bekämpfung von sexueller Belästigung nicht übergangen werden. Sie sind davon betroffen, wir sind davon betroffen.

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